Am als „Amperl“ bezeichneten Seitenarm der Amper nutzten wir einen bereits bestehenden Wasserweg und rekonstruierten eine natürliche Fischpassage. Das so genannte Auslaufbauwerk am Amperl war zerborsten und schlecht durchgängig. Im Amperl floss nur noch wenig Wasser.
Zudem hatten sich im Lauf der Jahre durch Hochwasser und die geringe Fließgeschwindigkeit massenhaft Sedimente abgelagert. Das Amperl war teilweise verlandet. Wo noch Wasser floss, war dieses so seicht, dass Fische kaum eine Chance hatten, das Amperl zu durchschwimmen.
Das Bauvorhaben gliederte sich in drei Teile. Zunächst baute das Wasserwirtschaftsamt München das alte Auslaufwerk wieder auf.
Im zweiten Schritt veränderten wir den Zulauf des Amperls zur Amper. Im Vorbau-Zustand mündete der Bach entgegen der Fließrichtung der Amper in diese. Wir baggerten und befestigten eine neue Krümmung, die mit der Fließrichtung verläuft. Die natürlichen Zugkräfte beschleunigten die so genannte Lockströmung – also die Fließgeschwindigkeit des Wassers, die die Fische brauchen, um die Umgehung zu finden – schon ordentlich.
Im dritten Schritt vertieften wir das Bett des Amperls, indem wir die verlandeten und seichten Bereiche von den angeschwemmten Sedimenten befreiten. Fische und Wasserlebewesen nahmen das Amperl als Passage rund um unsere Wasserkraftwerke EW1 und EW3 schnell an. Und die neue Amperl-Einmündung mit der großen Landzunge erfreut sich im Sommer bei Badenden großer Beliebtheit.
Auch für dieses Bauprojekt protokollierte Ludwig Mittl als verantwortlicher Archtikt.