Ein unscheinbares Holzhaus am Ufer der Amper in Haimhausen, etwa drei mal zwei Meter – so hatte ich mir ein modernes Wasserkraftwerk nicht vorgestellt. Dann steigen wir etwa 50 Stufen in die Tiefe, geschätzte 15 Meter. Es ist warm. Und laut.
Unten angekommen offenbart sich das Ausmaß des EW 3, das moderne Überflutungskraftwerk der E-Werke Haniel: Zwei riesige Turbinen erzeugen 3,5 Millionen KWh Strom pro Jahr. Aus dem Wasser der Amper. Allein durch den Höhenunterschied des angestauten Wassers. Gute zwei Meter. Beeindruckend.
Am 18. September 2014 luden die E-Werke Haniel 30 Unternehmer aus Haimhausen und Unterschleißheim zum „Abend der Spannung“. In einem Impulsreferat berichtet Andrea von Haniel aus 112 Jahren Wasserkraftgeschichte. Die Ur-Großnichte von James Eduard Haniel, der das Wasserkraftwerk 1893 erbaute, leitet seit 1998 die Geschäfte der E-Werke.
Andrea von Haniel beantwortet Fragen aus dem Publikum: Wie wächst man als ausgebildete Fotografin in die Rolle der Geschäftsführerin eines Stromversorgungsunternehmens? Wie hat sich das Geschäft in den letzten 15 Jahren verändert? Wie lässt sich Stromgewinnung mit Naturschutz verbinden? Wie viel Strom produzieren die E-Werke? Wird Strom zugekauft? Woher? Wie schaffen wir die Energiewende?
Im Gänsemarsch laufen wir anschließend zu den E-Werken. Es dämmert bereits. Ganz nach dem Motto: „Wir alle müssen unseren Beitrag zur Energiewende leisten“ (Andrea von Haniel) knipsen wir die Laternen am Wegrand an. Eine Zeitschaltuhr lässt die Lichter gerade so lange brennen, wie man im Normaltempo vom Verwaltungsgebäude der E-Werke bis zum EW 3 braucht.
Der Marsch in Zweiergruppen animiert, die anderen Gäste besser kennenzulernen: „Und was machen Sie so?“
Unterwegs erfahren wir, dass die Familie von Haniel auch Landwirtschaft betreibt. Bis vor kurzem war das Gut ein großer Produzent von Industriealkohol. Das Geschäft wurde aufgegeben. Zuckerrohrproduzenten aus Amerika bestimmen nun den Weltmarkt. Mit der Zeit gehen, sich an Marktentwicklungen anpassen, auch das gehöre zum Unternehmertum, berichtet Andrea von Haniel.
„Als kleiner Betrieb muss man sich aber nicht alles gefallen lassen. Deswegen haben wir uns mit anderen Stromversorgern in Deutschland und Europa über den EVME, den Europäschen Verband mittelständischer Energieunternehmen, vernetzt. Bis nach Brüssel“, sagt die Unternehmenslenkerin.
Netzwerken macht hungrig. Zum Glück gibt es noch einen Imbiss. Ein Speisenveredler zaubert - im wahrsten Sinne des Wortes - in der zwei Quadratmeter großen Büroküche kleine Köstlichkeiten. Und dazu ein kühles Radler aus der benachbarten Brauerei. Prost!
Vielen Dank an Andrea von Haniel und ihr Team für die Einladung nach Haimhausen.
Jessica Schmidt von #MARKEN_sachen.
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